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Verfehlte Wirtschaftspolitik

1.000 weniger Unternehmen in Hagen seit 2007

veröffentlicht am 30. Januar 2025

    In den letzten 18 Jahren ist ein enormer Rückgang von Unternehmen in Hagen zu verzeichnen: Waren es nach Angaben des Portals Statista im Jahr 2007 noch 7.531 Unternehmen, so ist deren Zahl im Jahr 2021 auf 6.647 gesunken; im Jahr 2023 wurden laut Landesbetrieb IT.NRW sogar nur 6.230 Betriebe registriert (inbegriffen sind sämtliche Betriebe, vom Kleinst- bis zum Großunternehmen). Dieser Rückgang ist ein deutliches Zeichen für die verfehlte Wirtschafts- und Ansiedlungspolitik verantwortlicher Akteure in Hagen. Wenn rund 1.000 Betriebe geschlossen wurden, müsste das einen Zuwachs verfügbarer freier Gewerbeflächen bedeuten, die in privaten Händen liegen. Das wiederum birgt großes Potenzial für neue Ansiedlungen in Hagen – vorausgesetzt, die Politik macht diese zur Priorität.
    Dass im Weggang von Unternehmen durchaus auch Chancen liegen, zeigt sich am Beispiel Bochum: Trotz mehrfacher Tiefschläge, ausgelöst durch den Rückzug der Großkonzerne Nokia (2008) und Opel (2014), ist die Anzahl der Betriebe heute wieder auf einem stabilen Niveau: Waren es 2006 13.794, so werden für das Jahr 2022 13.787 Unternehmen verzeichnet. Allein auf dem ehemaligen Opel-Gelände ist heute ein Wirtschafts- und Technologiezentrum mit mehr als doppelt so vielen neuen Jobs entstanden. Ermöglicht wurde das durch schnelles und vor allem strategisches Handeln wie der „Bochum Perspektive“, einem Joint Venture der städtischen Wirtschaftsförderung und der Adam Opel AG, das die ehemaligen Flächen aufbereitet und vermarktet. Mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW konnte der Strukturwandel innerhalb weniger Jahre gemanagt werden, was mitunter auch durch das beschleunigte Erteilen von Genehmigungen ermöglicht wurde. Das Ergebnis: Dank zahlreicher Neuansiedlungen haben sich die Gewerbesteuererträge seit dem Opel-Aus mehr als verdoppelt. Und auch ein Blick nach Dortmund zeigt, wie man Flächen, die scheinbar verloren sind, in Chancen verwandeln kann: Am Phoenixsee, auf der Fläche eines ehemaligen Stahlwerks, ist ein attraktiver Standort für innovative Unternehmen, moderne Wohnkonzepte und Gastronomie entstanden – ein weiteres Vorzeigeprojekt für erfolgreichen Strukturwandel.
    An beiden Beispielen wird deutlich, dass mit strategischem Vorgehen von Stadt, Politik und Wirtschaftsförderung und vor allem mit politischer Willenskraft schnelle Erfolge für den Standort erzielt werden können. „Auch die Hagener Politik muss endlich erkennen, dass die Wirtschaft eine hohe Priorität haben muss, dafür spricht sich der Unternehmer Rat Hagen seit neun Jahren immer wieder aus. Sie darf nicht weiter als Stiefkind behandelt werden“, fordert Winfried Bahn, Initiator des Unternehmer Rat Hagen. „Ansonsten droht Hagen immer weiter abgehängt zu werden.“